Freitag, 9. Oktober 2020

Spurenupdate 9. Oktober 2020

Das Ende unter dem Manuskript

Anfang dieser Woche beendete ich die Geschichte von Tabea, Joshua und Lily. Das Schreiben an Azurum ist vorbei und es hinterlässt eine seltsame Leere. Auf der einen Seite freute ich mich sehr auf das Ende unter dem Skript, auf der anderen Seite, wollte ich mich nicht verabschieden. Und da einige von Euch mich bereits gefragt haben, wie es mit Azurum nun weitergeht, möchte ich euch das kurz erläutern. 

Die geschriebene Geschichte über das Abenteuer der Geschwister Tabea und Joshua, die den Untergang der Welt erleben und sich mit etwas auseinandersetzen müssen, von dem niemand je glaubte, dass es existiert, ist eine Rohfassung. Ein Manuskript, das in dieser vorliegenden Form aus 313 Normseiten und ca. 75.667 Wörtern besteht. 

Und jetzt? Wie geht es weiter? 

Ein Skript wird erst durch die Überarbeitung zu einem Roman – und genau das ist mein nächster Schritt. Die Überarbeitung. Das Skript muss an Qualität gewinnen, denn oft habe ich einfach nur geschrieben. Ohne großes Denken – einfach die vielen Ideen, die Szene die gerade im Kopf brannten, hinuntergeschrieben.

Doch jetzt fängt eine ganz andere Arbeit an:

Inhaltliche und stilistische Prüfung

Logikfehler erkennen und ausmerzen.

Sätze kürzen, Adjektive streichen. 

Szenen streichen / Szenen einfügen.

Sind die Personen stimmig? Sind offene Plotstränge vorhanden? 

Ist meine gewählte Perspektive stimmig und handeln meine Protas authentisch? 

Ist eine Figurenentwicklung zu erkennen? 

Welche Szenen muss ich umstellen? 

Habe ich mich wieder vom passiven Schreiben überrumpeln lassen? 

Und wenn das alles vorbei ist, werde ich den "Stift" erstmal einige Zeit ruhen lassen. Und da ich das weiß, pausiere ich lieber vor der Überarbeitung und setze mich nun nach ein paar Tagen Schreibabstinenz an ein neues, kleineres Projekt, das ich für November eingeplant hatte. 

Wann könnt ihr "Azurum"  lesen? 

Abgesehen von meinen Betalesern / Testlesern, muss ich euch erstmal enttäuschen. Ich bin keine Autorin, die einen Verlag im Rücken hat, der sagt: Schreib und wir veröffentlichen. Daher kommt noch ein Exposé nach der Überarbeitung und dann die Suche nach jemanden der meinen neues Baby eine Chance gibt, groß rauszukommen! :-) 

Eure Feder



Dienstag, 28. Juli 2020

Wo sehe ich mich in 5 Jahren?

In der vergangenen Nacht setzte ich, nach einer ordentlichen Zeichenzahlkürzung ein Ende unter die neuste Kurzgeschichte. Bevor ich mich nun wieder an die Romanarbeit mache, ist es endlich mal wieder Zeit für einen neuen Beitrag für die Federspurenseite. Hierzu möchte das Thema des #Autorensonntags auf Instagram noch einmal aufgreifen. 



Wo sehe ich mich in 5 Jahren? Wofür kämpfe ich?

Dieses Thema brachte mich zum Nachdenken. Nur wenige Tage zuvor, wurde ich gefragt, warum ich nicht in der Sendereihe über Autor*innen, Slammer*innen und Lyriker*innen in einem auf einem regionalen Sender dabei wäre. Und wie man überhaupt zu solchen Formaten kommen würde. »Wie werden die auf solche Leute aufmerksam?« Die Frage war schwer zu beantworten, denn ich weiß es nicht. Meine Vermutungen gingen in verschiedene Richtungen. Bei einer, bin ich mir jedoch sicher: Die Autor*innen, die man dort sieht sind präsent – Im Netz, auf Veranstaltungen, bei Aktionen. Sie posten regelmäßig. Auch wenn sie keine unglaublich bekannten Persönlichkeiten sind, bleiben sie so im Gedächtnis und machen auf sich aufmerksam. Die Großen der Branche sind eher weniger aktiv, aber, tja, dass müssen sie auch nicht / nicht mehr. Da läufts von ganz alleine. Doch wie machen die Schreibenden um mich herum das nur? Ich versuche es, doch möchte ich nicht ständig, dass Handy in der Hand halten und somit ein schlechtes Beispiel für meine Kids sein. Meine Kinder haben verstanden: Mama am Laptop – Arbeit. Aber das Handy wird noch nicht als Arbeitsmittel angesehen. Schon wieder schaut sie auf ihr Handy ... Oder denkt ihr, wenn ihr eine Mutter (oder Vater) auf dem Spielplatz sieht, die in ihr Handy guckt: »Fleißiges Menschlein!« Gewiss nicht oder? Nein, da kommen andere Gedanken auf. Ich kanns verstehen, ist ja bei mir auch so. Und genau das möchte ich vermeiden. Oder mache ich mir zu viele Gedanken? Denn das Handy ist nunmal ein Grundarbeitsmittel und sei es nur um nebenbei Notizen für den Roman zu machen oder halt zu posten, um nicht unterzugehen. Also, wie machen sie das alle nur? So präsent zu sein neben all den anderen Dingen die gerockt werden müssen: Brotjob, Familie, Haushalt und und und. Vielleicht bin ich nicht dafür gemacht, aber meine Schreibleidenschaft und der Wunsch zu veröffentlichen und meine Geschichten zu teilen sind so groß.


Also, wo sehe ich mich in 5 Jahren? Wofür kämpfe ich?


Mein Beitrag auf Instagram:

Heute habe ich viele Posts zum Autorensonntag gelesen und lange überlegt mitzumachen. Viele der Autor*innen sind mir Schritte voraus und doch haben sie ähnliche Ziele wie ich? Das passt nicht zusammen. Dann ärgert es mich wieder, dass ich mich vergleiche und mich so herunterziehe. Es ist schwer, in dieser Branche voranzukommen, wenn man wie ich, es nicht schafft, stets präsent zu sein – auf Messen, Conventions oder auch im World Wide Web. Ich versuche es ja in der Onlinewelt - doch scheitere ich erfolgreich. Aber was hat das schon mit meinen Zielen / Wünschen zu tun? Nichts! Ich darf auch träumen und meine (wenn auch vielleicht) unerreichbaren Ziele haben. Ist nicht der Weg das wirkliche Ziel?

Zukunftsmusik - wo will ich in fünf Jahren sein?
Wofür kämpfe ich?
Ich möchte schreiben. Nicht nur für mich. Ich möchte veröffentlichen, gelesen werden, weil ich das Bedürfnis habe, meine Geschichten, meine Ideen, meine Leidenschaft mit euch zu teilen.
Ich möchte eine Literaturagentur finden. Ich will meine Berufung zum Beruf machen und mit tollen Büchermenschen zusammenarbeiten. Ich kämpfe dafür, das meine »Quallenkinder« in den Bücherläden stehen, mit einem großartigen Cover und dann ziehe ich die Menschen in den Bann des Blaus. Ich kämpfe für die Erfüllung meiner Träume. Ob mir das in den nächsten 5 Jahren gelingt, ist fraglich, aber das Wichtigste ist doch an sich selbst zu glauben!

An sich selbst glauben. Ja, das ist wahrlich das Wichtigste, aber auch das Schwerste. Ich weiß, es liegt noch viel Arbeit vor mir – dann mal los!

Eure Feder

Freitag, 29. Mai 2020

Über das Klopfen an der Tür und das selbstverschuldete Ausbremsen

Es ist schon mindestens drei Jahre her, da klopfte eine Idee zu einer neuen Geschichte an. Ich öffnete vorerst nicht die Türe, da es nur eine Grundidee war, ohne weitere Gedankensplitter, die ich wie Puzzleteile, hätte zusammensetzten können. Doch so einfach ließ sie sich nicht abschütteln und es klopfte immer wieder und immer lauter. Ich gab auf und öffnete die Eingangstür einen Spaltbreit. Es hüpfte herein und überredete mich eine Kurzgeschichte zu schreiben. 

Der erste Versuch kam auf ganz genau fünf lächerliche Seiten, die ich nach einer Weile löschte. Ich legte sie nicht die Schublade, so wie ich die meisten Dinge sammle, die durch meine Feder entstanden sind – auch wenn sie ein Desaster geworden waren. Aber diese Idee so miserabel umzusetzen ging gar nicht. Ich machte eine Pause und begann von Neuem. Der nächste Start umfasste zwei Normseiten bevor sie, wie der Vorgänger auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Ich gab auf und machte einen Haken an das Projekt, nur war es da selbst ganz anderer Meinung. Ein neuer Versuch kam für mich nicht in Frage, aber ich ließ die Idee im Kopf reifen und das war eine gute Entscheidung. Es dauerte eine Weile, doch dann wusste ich, was ich zu tun hatte: Einen Roman schreiben mit genau dieser Grundidee aber einem neuen Ablauf. 

Ein Notizbuch, ein Stift, ein ruhiger Ort und der detaillierte Plot für Teil 1 des Buches entstand. 
Ein Plot, wie ich ihn nie zuvor geschrieben hatte. Geplant bis ins kleinste Detail. Ich dachte, ich müsste das so arbeiten, da mir die Zeit und Möglichkeiten für kontinuierliches Schreiben fehlen würde, und es fatal wäre, mich zu verzetteln. Denn wieder aufgeben wie bei meiner Korsarin oder dem Silbernen Berg stand nicht zur Auswahl. 

Ich schrieb streng nach meinen eigenen Vorgaben und musste die Protagonisten zwischenzeitlich zurück auf den Roten Faden setzten, wenn sie sich ohne meine Zustimmung davon entfernten. Das war anstrengend und machte wenig Spaß, das merkte ich bereits am Anfang. Doch ich arbeitete weiter. So ist es richtig ... Oder?
Bildquelle: Pexels
Aber schon kurz nach der Hälfte des ersten Buchteils, begann jede Seite sich mehr und mehr zu ziehen. Die Finger flogen weniger leicht über die Tastatur und oft, konnte ich mich nicht aufraffen, freie Zeit fürs Schreiben zu »opfern«. So entstanden immer längere und häufigere Pausen, die dazu führten, dass ich mich vom Skript distanzierte und keinen Anschluss fand sobald ich mich doch dran arbeiten wollte. Schnell war der Laptop zugeklappt und das Gefühl von »Versagen am Roman« trat mal wieder mit ganzer Kraft zum Vorschein getreten.

Pause
Lange. Viel zu lange.

Ein Wiedereinstieg warum? Ich weiß es nicht. Vermutlich diese noch immer in meinem Kopf und Herz fest gepflanzte Geschichte, die nicht aufhörte zu klopfen.
Und dann las ich Stephen King: Vom Leben und das Schreiben. Es ist ein autobiografisches Werk, indem er auf sein Handwerk: Schreiben und seine persönlichen Methoden eingeht. Ich bin kein großer King Fan, aber dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, auch wenn ich nicht immer mit ihm einer Meinung war. Überrascht hat mich: King plottet nicht! Er gräbt, wie er selbst sagt, Fossilien aus. Er hat einen Anfangsgedanken und dann schreibt es los.
Das hat mich das wachgerüttelt.
Warum arbeite ich nicht nach meiner eigenen Methode? 
Warum soll ich intensiv Plotten und an jeden Wendepunkt usw. festhalten, wenn es mich in meiner Kreativität und Motivation ausbremst? 

Ganz ohne Planung geht es aber auch bei mir nicht! Einfach blind drauf los schreiben – nein. Ich werde auch in Zukunft plotten, aber auf meine eigene Art und Weise: Ein Grundgerüst aufbauen, Wendepunkte einbauen, vorab Konflikte überlegen usw. aber einige, große Lücken freilassen, in die ich neue, teils aus der Situation der Geschichte geschuldete Szenen einfügen kann. 
Ich hatte mich zu sehr in ein "Muss" verstrickt und mich selbst ausgebremst.

Mit dieser persönlichen Erkenntnis fand ich wieder zum Skript und zur Freude, die mir das Geschichtenerfinden bringt. Und siehe da, Teil 2 des Buches schrieb sich viel entspannter als Teil 1. Auf diese eigene Art und Weise arbeite ich nun weiter und ich weiß, es wird gut werden.

Eure Feder