Freitag, 31. Juli 2015

Mühsam ernährt sich die Kreative

An manchen Tagen wünsche ich mir, sie würden niemals zu Ende gehen. In anderen Zeiten träume ich davon, die eine oder andere Stunde überspringen zu können. Im Augenblick aber bete ich still in mich hinein, die Zeit würde stehen bleiben, für eine lange, sehr lange Zeit. Ich wäre auch bereit , einen kleinen Schritt in die Vergangenheit zu tun. Nur ein paar Wochen, ein paar Monate.

Diese Woche wird mein Daunenkind 18 Monate alt. Eineinhalb Jahre , in denen ich mich ganz und gar meiner kleinen Familie gewidmet habe. Viel ist passiert in dieser Zeit. Wieder einmal bin ich durch Höhen und Tiefen gegangen. Abenteuer habe ich erlebt; Privat sowie auf literarischen Pfaden.

Schon in wenigen Tagen steht bei mir der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt an. Ich lasse nicht die Korken knallen und feiere dieses Ereignis. Ich denke, dass machen die wenigsten Mütter, die zurück müssen, um sich finanziell über Wasser zu halten. Doch bevor ich wieder neue Wege beschreite, Herausforderungen gegenüberstehe, möchte ich die Spuren, die ich in den letzten 18 Monaten hinterlassen habe noch einmal auflisten. Damit möchte ich mir neuen Mut machen und mir selbst aufzeigen, dass es irgendwie funktioniert, Alltag mit Baby und das Schreiben unter einen Hut zu bringen. Alles geht langsamer voran, sehr langsam, doch die Ergebnisse können sich sehen lassen:

Ich träume von einem Leben als Buchautorin.
Von zu Hause aus arbeiten, mit freier Zeiteinteilung, Lesungen veranstalten und alles weitere, was noch dazu gehört. Natürlich auch hier mit all den Höhen und Tiefen.

Fernab der Realität? Oh ja, denn wie auch für viele, viele andere Autoren, ist das für mich ein nicht gelebter Traum. Sicherlich wäre auch dieses Leben kein einfaches – ganz sicher nicht, doch wer möchte nicht seinen Beruf gegen die Berufung tauschen, auch wenn man dafür einige Hürden überwinden muss?

Bevor mein Sohn auf die Welt kam, habe ich ganz gerne mal auf die ein oder andere Stunde Schlaf verzichtet, um das Schreiben mit meinem Alltag unter Dach und Fach zu bringen. Heute aber bin ich bereits um 22:00 Uhr so müde, dass es mir schwer fällt, einen geraden Satz zustande zu bringen.

Aktuell schreibe ich wenig, doch das "Wenige", das ich auf das Papier bringe, macht mich glücklich. Nur ein paar Stunden "Schreibzeit" in der Woche beflügeln mich und überschütten mich mit neuer Energie und Entschlossenheit.

Der nächste Schritt für mich wäre die Suche nach einer Agentur. Angeblich sei das die halbe Miete und natürlich das Marketing. Aber all das benötigt wiederum Zeit.

Mühsam ernährt sich die Kreative

Was für mich bedeutet: Trotz Wiedereinstieg in die Brotjobwelt werde ich keinesfalls das Schreiben aufgeben oder zu sehr vernachlässigen (auch wenn das ganz gewiss wieder einige erwarten). Ich habe den Zweiflern bewiesen, dass ich trotz kleinem Kind einiges Literarisches auf die Beine stellen kann und das wird nicht enden. Versprochen.

Auch die Büroakrobatik in der Großstadt wird die Feder nicht brechen, denn da sind diese bestimmten Menschen um mich herum, die mir mein Tintenfässchen reichen.
 




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