Freitag, 4. Oktober 2013

Anti-Pop

Ich begegnete dem Literaturgenre Antipop das erste Mal vor ca. acht Jahren. Ich bummelte durch den Hugendubel in Frankfurt am Main, als mir plötzlich ein Titel ins Auge stach: »Ich hab die Unschuld kotzen sehen.« Solche Betitelungen liest man nicht allzu oft, was auch der Grund war, warum ich das schmale Büchlein sogleich unter die Lupe nahm. Der Klapptext war verwirrend, seltsam und neugierigmachend zugleich. Ich las ein paar Seiten und bemerkte erschrocken, dass mich diese provokante Sprache und unverzierte gesellschaftskritische Erzählung faszinierte. Das also war der Startschuss für eines meiner mittlerweile favorisierten Genres der Literatur: Dirk Bernemanns »Ich hab die Unschuld Kotzen sehen« aus dem Verlag UBooks.

Was ist denn nun eigentlich Antipop?
 
Tja, das kann ich bis heute schwer erklären. Am einfachsten beschreiben es die Worte: gesellschaftskritisch, provokant, andersartig, tiefgründig.
Doch ist es lange nicht das Einzige, was den AntiPop ausmacht.

Der Verlag UBooks, welcher mit dem Autor Dirk Bernemann das Genre vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat, betitelt es als »Literatur jenseits des Alltäglichen«. Und genauso ist es. Nichts Alltägliches, keine Mainstreamliteratur und schon gar kein Genre, das irgendwelchen Regeln folgt. Abseits aller Wege und Straßen und doch so bedrückend realistisch. Antipop erzählt Geschichten mitten aus dem Leben, bei denen andere wegschauen und weghören.

Anfangs griff ich lediglich zu Romanen von Dirk Bernemann, was sich aber mittlerweile geändert hat. Und ich bin begeistert, wie viele von Ihnen die Kunst das Wort-Sprach-Spiel beherrschen, das mir in dieser Gattung so wichtig erscheint. Einige Erzählungen haben etwas Lyrisches an sich und einen hochentwickelten Schreibstil.
Doch einen Antipop-Roman kann ich nur aus dem Regal nehmen und lesen, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. In Zeiten, in denen ich innerlich angeschlagen bin oder privat oder auch dienstlich zu viel um die Ohren habe, lasse ich die Finger davon. Denn eins steht fest, wer dies liest, darf keine schwachen Nerven haben. Anti-Pop ist nichts für jedermann.

Eine große Auswahl an Anti-Pop-Literatur gibt es auf der UBooks Website:

Kommentare:

  1. Hier gibt es auch Anti-Pop (Oder besser: "Post-AntiPop"?? :-) )

    http://laputa-verlag.blogspot.de/2015/03/dieses-buch-ist-besser-als-pop.html

    !!!

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