Mittwoch, 11. September 2013

Zeit der Veränderungen

Sommerkinder weinen, wenn der Herbst sich anschleicht und der Welt seine Liebkosungen schenkt. Herbstkinder hingegen kochen sich eine große Kanne Tee und zünden die ersten Kerzen an.

Ich bin solch ein Herbstkind. Im düsteren November geboren. An jeder Jahreszeit finde ich etwas Wundervolles und liebe sie auf ganz eigene Weise, doch war und bleibt der Herbst mein Favorit. Noch ist es nicht so weit, dass ich mich in die dickste Jacke murmeln und die Scheiben des Autos freikratzen muss. Es fröstelt mich angenehm, wenn ich am frühen Morgen die Haustüre hinter mir schließe. Tief atme ich die kühle nach Freiheit duftende Nachsommerluft. Die Sonne hat sich ihren Platz noch nicht gänzlich erkämpft. Sterne und Mond stehen noch am Himmel und doch begrüßt mich der Tagesbeginn mit dem Gezwitscher der heimischen Vögel, die zu Hause geblieben sind oder ihre Reise erst vor sich haben.
An freien Tagen, wenn die Wolken keinen Schauer über die Lande schicken, was kann es dann Schöneres geben, als einen Spaziergang mit dem Liebsten in der Natur? Die Herbstsonne kitzelt auf der Nase, wärmt und weckt nicht nur die Lebensgeister, sondern schenkt einer Schreiberin wundervolle neue Ideen.

Meteorologisch betrachtet beginnt der Herbst mit dem neunten Monat des Jahres. Doch schauen wir Laien eher auf den Kalender, der uns für 2013 den 22. September nennt. Am Tag der großen Wahlen? Ich denke dieses Jahr lieber wie die Meteorologen. Ein Blick aus dem Fenster beweist mir schließlich, dass der Sommer sich verabschiedet hat und nur noch wenige Besuche unternehmen wird.
Wie jedes Jahr freue ich mich auf die gemütliche Zeit. Nach Feierabend nach Hause kommen, ein Heißgetränk bereiten, Kerzen anzünden und in einer Decke gekuschelt die letzten Stunden des Abends genießen. Oder mit Lichtern und leiser Hintergrundmusik am Schreibtisch sitzen und dem Zauber des kreativen Schreibens erliegen.

Doch nicht nur die Jahreszeiten befinden sich im Wandel. Das Jahr 2013 brachte von Beginn an große Aufregung. Große Veränderungen haben angeklopft. Manche davon stellen alles auf den Kopf. Kopfstände und Überschläge die mein Leben zurzeit, wie Achterbahnfahrten erscheinen lassen, sind hoffnungsfreudig und bereichern mein Leben. Alles was mein Leben verändert, verändert auch meine Leidenschaft, das Schreiben. Zeitlich werde ich in Zukunft anders eingespannt sein, als vorher, daher benötigt das, was mir am Herzen liegt mehr Organisation. Viel habe ich nachgedacht und mich nun entschieden:
Mein neues Großprojekt, der historische Fantasyroman, wird abgesehen von weiterer Recherche noch etwas warten müssen. Solange ich mich problemlos auf Ausschreibungs-Deadlines konzentrieren kann, möchte ich diese auch ausnutzen. Daher wird mein Augenmerk in den nächsten Monaten auf Kurzgeschichten liegen. Ein paar sind bereits in Planung und Bearbeitung. Ab Mitte Dezember ist das »Glasmädchen« dann endlich an der Reihe. Für sie werde ich morgen einen Mineralienladen aufsuchen. Dort hoffe ich, das Herzstück der Geschichte zu finden.
Nun aber muss ich mich dringend um die Irrlichtgeschichte kümmern, nicht das ich direkt nach meiner Entscheidung die erste Deadline verpasse.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen