Sonntag, 15. Mai 2011

Wer reitet so spät ...



Ich liebe Lesungen. Insbesondere natürlich aus phantastischer oder historischer Literatur. Eine lyrische Lesung war mir daher neu. Und doch sagte ich ohne große Überlegung zu, als mich meine Mutter vor zwei Wochen fragte, ob ich mit ihr zu solch einer Lesung kommen will. Gelesen wurden deutschen Balladen durch Walter Renneisen, einem deutschen Schauspieler, der in unserer Gegend aufwuchs und in meiner Heimatstadt sein Abitur machte. FÜr ihn was es sozusagen ein Heimspiel.
Als wir in den Adlersaal traten, war ich kurz geneigt, ihn direkt wieder zu verlassen. Was hatte ich erwartet? Dass viele Menschen in meinem Alter unter den Gästen sind? Ich war die Jüngste, und das mit großem Abstand. Das Durchschnittalter lag bestimmt bei 60 Jahren. Schlimm fand ich das nicht, eher schade, dass sich so wenige junge Menschen für die Literatur bzw. Lyrik interessieren.
Gelesen wurde aus alten Werken wie z.B.: Schillers Balladen-Krimi »Der Handschuh«, Goethes »Der Erlkönig, »Der Zauberlehrling« oder auch »Der untreue Knabe«, Conrad F. Meyers Schauerballade „Die Füße im Feuer", Heines „Belsazar". Was mich sehr freute, war das eigentlich sehr traurige Kästner Gedicht »Sachliche Romanze«, dies zählt nämlich zu meinen Favoriten. Leider war wenig Ringelnatz dabei, dafür aber einige Texte von Heinz Erhardt. So schaffte es Renneisen, uns zum Lachen sowie zum Nachdenken zu bringen. Ein wahrlich gelungener literarischer Abend.

Einen Bericht hierzu aus der Main Spitze: Wort-Gewitter



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